Catharina Valckx

Geboren 1957 in der Nähe von Amsterdam, wuchs  Catharina Valckx aber in Frankreich auf.
Zum Kunststudium kehrte sie in die Niederlande zurück. Heute lebt sie in Amsterdam, verfasst ihre Bücher jedoch größtenteils auf Französisch. In Frankreich hat sie mehr als ein Dutzend Bilderbücher sowie zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht.
Auszeichnungen: Catharina Valckx war 2011, 2013, 2014 und 2015 für den Astrid Lindgren Gedächtnis Preis nominiert.

Wann haben Sie begonnen Bücher zu schreiben?
Das Bücherschreiben ist mein zweiter Beruf. Vorher habe ich gemalt, kleine Filme produziert und an Installationen gearbeitet. Ich habe in der bildenden Kunst gearbeitet. Mit großem ‚K’.
Das Problem war, dass mich alle Ausdrucksformen interessierten und ich mich nicht auf eine beschränkte. Rückblickend weiß ich jetzt, dass die Freiheit mit einem großen ‚F’ für mich zu weit gefasst ist. Ich muss mich auf weniger beschränken. Als ich meinen Sohn bekam, entdeckte ich mit großer Freude die Kinderliteratur, die ich nur wenig kannte. Das Vergnügen, das ich hatte, als ich mit meinem Sohn das Buch „Petit ours“ (Kleiner Bär)  von dem kleinen braunen Bären von Else H. Minarik mit Illustrationen von Maurice Sendak las, oder „Frosch und Kröte“ von Arnold Lobel, die Bücher von Janosch, „Winnie Puuh“ von A.A. Milne und viele andere, das war für mich die Initialzündung. Ich wollte dann auch selbst große Momente der geteilten Freude schaffen.
Ich hatte schon immer „just for fun“ Geschichten und Drehbücher geschrieben. Als ich beschloss, ein Bilderbuch zu machen, hatte ich nicht erwartet, dass man mir auch die Textarbeit anbieten würde.

Wie hieß Ihr erstes Buch?
Le Roi et la poule (1997) (Der König und das Huhn)

Wie heißt Ihr neues Buch und worum geht es darin?
 FRITZI et la chaussure enragée (Fritzi und der wütende Schuh).  Das ist ein aberwitziges Bilderbuch, in dem es um den winzig kleinen Elefanten Popote geht, der zu einer langen Wanderung aufbricht. Fritzi, eine temperamentvolle kleine Kräuterfee und ihre Freundin Joëlle (ein beliebter Vorname in den 1970er Jahren) – die große Wegschnecke, machen sich Sorgen um ihn.
Überall lauern Gefahren. Ein wütender Schuh bedeckt die Gegend mit Schaum. Was tun? Fritzi schlägt Alarm, ruft die Feuerwehr, ist überrascht. Und Popote, der die Welt sehen wollte, findet am Ende fröhliche Weggefährten und erlebt doch noch Abenteuer...

Was lieben Sie an dem Beruf des Schriftstellers?
Alles. Eine Bücherwelt zu erfinden mit Personen und Beziehungen. Nach spannenden Einfällen zu suchen, unwahrscheinliche Szenerien zu entwickeln. Dialoge zu schreiben, die Personen zum Leben zu erwecken und sie zu zeichnen. Sich für Motive und Farben zu entscheiden. Und danach die Begeisterung der Kinder zu sehen.

Was ist das Besondere daran, für Kinder Jugendliche zu schreiben?
Das Besondere ist, glaube ich, sich daran zu erinnern, wie man als Kind war, wie man als Kind gedacht hat. Sich vorzustellen, was man als Kind geliebt hätte, worüber man gelacht oder gestaunt hätte, oder wovor man sich gefürchtet hätte. Und beim Text muss man daran denken, dass Kinder nicht so einen großen Wortschatz haben, nicht abstrakt denken und noch nicht so vieles kennen. Man darf aber keinesfalls glauben, dass sie eine allzu simple Weltsicht haben. Oft nehmen sie die kleinsten Dinge wahr und sind wahnsinnig aufgeweckt, und sie haben schon früh einen Sinn für Humor.
Wenn es einem gelingt, die Personen ‚ zum Leben zu erwecken ‚ und die Geschichte in ihrer Gedankenwelt logisch aufzubauen, funktioniert das bei Kindern bestens, und sie lassen sich von der Geschichte mitreißen. Für sie sind es ja „wahre“ Geschichten, auch wenn die Tiere darin sprechen können. Da aber ihre Wahrnehmung nun mal so ist, muss man auch ein bisschen vorsichtig sein.
Bei den Illustrationen ist das oberste Ziel, die Geschichte durch die Bilder sprechen zu lassen. Wenn sie zu ‚künstlerisch’ sind, gefallen sie vielleicht den Erwachsenen, doch die künstlerische Originalität ist dann hinderlich, wenn das Kind das Bild nicht unmittelbar versteht.
Andererseits darf man nicht vergessen, dass es die Erwachsenen sind, die den Kindern Bücher vorlesen (d.h. Bilderbücher). Die große Kunst ist es, ein Buch zu schaffen, das sowohl Kindern als auch dem erwachsenen Leser gefällt. Dann ist es ein hervorragendes Kinderbuch.


Was machen Sie, wenn Sie mal gerade nicht schreiben?
Ich züchte Schnecken. Nein, ein Scherz. Ich verwandele mich in eine Katze und klettere auf Bäume.