Marguerite Abouet

Geboren 1971 in Abidjan (Elfenbeinküste).
Mit 12 Jahren kam sie gemeinsam mit ihrem Bruder nach Frankreich. Heute lebt sie mit ihrem Mann, dem Illustrator Clément Oubrerie, und ihrem Sohn in der Nähe von Paris, in Romainville.
Marguerite Abouet machte eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin, bevor sie ihre erste Graphic Novel „Aya“ schrieb, die ihr Mann illustrierte. Mittlerweile sind zwei weitere Aya-Bände erschienen.

 
Auszeichnungen:  Für “Aya” erhielt sie 2006 gemeinsam mit ihrem Mann Clément Oubrerie den Preis für das beste Debüt beim Comicfestival im französischen Angoulême und den Glyph Comic Preis (2008).

Wann haben Sie begonnen Bücher zu schreiben?
Mein erstes Buch Aya de Yopougon (Aya aus Yopougon) ist im Oktober 2005 erschienen. Davor habe ich Geschichten geschrieben, die ich aber niemandem zu lesen gegeben habe.

Wie hieß Ihr erstes Buch?
Aya de Yopougon (erschienen im Verlag Edition Gallimard)

Wie heißt Ihr neues Buch und worum geht es darin?
Akissi (Band 7, ebenfalls erschienen bei Gallimard)
Im Viertel Yopougon, wo Akissi wohnt, spielen sich dramatische Dinge ab. Pélagie, ihre beste Freundin, hat gerade erfahren, dass ihre Eltern sich trennen und sie vielleicht umziehen muss. „Scheidung ist wie Tod“, denkt sie, und um das zu verhindern, sind alle Mittel erlaubt. Und auch Akissi hat so ihre eigenen Probleme: ein Onkel aus Frankreich will sie in dieses ferne Land mitnehmen, wo die Eisbären leben! Es gilt also, alles dranzusetzen, damit niemand dieses kleine Paradies an der Elfenbeinküste verlässt.

Was lieben Sie an dem Beruf des Schriftstellers?
Als Autorin finde ich es spannend, Figuren zu erschaffen und dann die Beweggründe herauszufinden, die sie auf die eine oder andere Weise agieren lassen. Mein Schreibprozess beruht somit im Wesentlichen auf dem Portrait: Ich mag es, Persönlichkeiten zu schildern, insbesondere Frauen, ihre Psychologie zu verstehen und sie durch ihre Geschichte zu begleiten. Meine Fantasie wird ständig durch alltägliche Begegnungen angeregt.

Was ist das Besondere daran, für Kinder und Jugendliche zu schreiben?
Man muss Kindern und Jugendlichen helfen, Abenteurer der Städte zu sein, die versuchen müssen, in ihrer eigenen Welt zurechtzukommen. In Büchern kann man ihnen erzählen, dass sie dafür einen starken Willen und viel Mut brauchen, denn Tag für Tag muss man ja um die Kunst des Zusammenlebens, der Vernetzung und der gegenseitigen Akzeptanz kämpfen und sollte früh damit anfangen. Aber das ist eine so große Bereicherung, dass es die Mühe wert ist.

Was machen Sie, wenn Sie mal gerade nicht schreiben?
Ich erzähle mir meine künftigen Geschichten.

Der Film AYA DE YOPOUGON und die Lesungen mit Marguerite Abouet werden in Kooperation mit stimmen afrikas und Filminitiativ Köln/Afrika Film Festival veranstaltet.