Nathalie Kuperman

Geboren 1963 in Paris, wo sie auch heute noch lebt. Paris ist, wie sie selbst sagt, eine Stadt, die sie oft erdrückt, die sie aber auch nicht verlassen kann. Nathalie Kuperman hat Literaturwissenschaft studiert. 1993, als ihr erstes Buch erschien, hat sie ihre Doktorarbeit über die Schriftstellerin Nathalie Sarraute abgebrochen. Lange Zeit hat sie für eine Jugendzeitschrift gearbeitet, bevor sie in das Verlagshaus Olivier wechselte, wo sie heute halbtags als Lektorin arbeitet. Nathalie Kuperman schreibt sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene.

Wann haben Sie begonnen Bücher zu schreiben?

 Bevor ich Bücher geschrieben habe, habe ich sehr viele Gedichte geschrieben, und das ab dem Alter von etwa acht Jahren. Aber das erste Buch, das ich geschrieben habe, war ein Buch „für die Großen“. Es wurde veröffentlicht, als ich 30 Jahre alt war.

 Wie hieß Ihr erstes Buch?

 Le contretemps (Die Verhinderung) Und kurz danach habe ich eine Geschichte für Kinder herausgegeben. Die hieß La pastille magique. (Die magische Pille)

Wie heißt Ihr neues Buch und worum geht es darin?

Das letzte Kinderbuch, das ich geschrieben habe, heißt Un monstre est entré dans ma vie (In mir lebt ein Monster)  Es ist die Geschichte eines Jungen, der entdeckt, dass sich unter seinen Augenlidern ein Monster eingenistet hat. Zuerst versucht er es zu zähmen, später will er es loswerden. Das Merkwürdige ist, dass das Monster genau dann aufgetaucht ist, als sein kleiner Bruder geboren wurde.

Was lieben Sie an dem Beruf des Schriftstellers?

Mir gefällt es, Geschichten zu erfinden und sie zur gleichen Zeit zu entdecken wie ich sie schreibe. Wenn ich mit einem Roman anfange, habe ich natürlich eine Idee, aber ich weiß überhaupt nicht, wie die Geschichte enden soll. Und genau deswegen habe ich Lust, sie zu schreiben. Wenn ich wüsste, wie sie ausgeht, hätte ich keinen Spaß daran.

Was ist das Besondere daran, für Kinder und Jugendliche zu schreiben?

Das Besondere ist, dass man in die Haut des Kindes schlüpft, das man einmal war, oder das man glaubt, gewesen zu sein. Wenn man für Kinder ab 10 Jahren schreibt, ist es wunderbar, festzustellen, dass man wieder 10 Jahre alt sein kann. Ich versuche mich daran zu erinnern, was ich in diesem Alter erlebt habe. Und wenn ich mich nicht genau erinnere, erfinde ich Situationen, und beim Erfinden kommen mir die Erinnerungen zurück. Aber es ist immer die gleiche Geschichte, egal, ob ich für die Großen oder die Kleinen schreibe: ich versuche zu verstehen, wie die Welt funktioniert.

 Was machen Sie, wenn Sie mal gerade nicht schreiben?

Ich liebe es, ins Kino zu gehen, ich unterhalte mich oft mit meiner Tochter (sie ist 14), ich träume gerne vor mich hin (d.h. ich mache nichts, und ich richte es so ein, dass ich mir Zeit nehme, um nichts zu tun), ich laufe gerne durch Paris (dort wohne ich), und dann telefoniere ich noch gerne mit meinen Freundinnen.