Yvan Pommaux

Geboren 1946 in Vichy.
Mit 18 Jahren fiel er durchs Abitur und ging daraufhin zum Kunststudium nach Clermont-Ferrand und Bourges. Dort nahm man den talentierten Künstler glücklicherweise auch ohne Hochschulreife auf. Danach zog er nach Paris, wo er sich zunächst mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. Schließlich kam er zum französischen Verlag l`École des loisirs, wo er zunächst Schulbücher illustrierte und schließlich, beeinflusst durch Tomi Ungerer und Maurice Sendak, dazu überging, eigene Geschichten zu entwickeln.
Auszeichnungen: 1985 erhielt er für sein Werk den Grand Prix der Stadt Paris und 1995 für Detektiv John Chatterton den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Wann haben Sie begonnen Bücher zu schreiben?
Zu schreiben und vor allem zu zeichnen. Die Zeichnungen in meinen Büchern sind wichtiger als der Text. Denn sie erzählen die Geschichte ebenso wie der Text. Sie dienen nicht nur der Gestaltung des Buches. Ich habe etwa mit 25 Jahren begonnen. Heute bin ich 70, die Zeit dazwischen ausrechnen müsst Ihr selbst.

Wie hieß Ihr erstes Buch?
L’aventure (Das Abenteuer)

Wie heißt Ihre neues Buch und worum geht es darin?
Das im März erscheinende Buch ist ein Geschichtsbuch. Es handelt von einer wenig bekannten Tatsache: die kurze Amtszeit einer Volksregierung 1871 in Paris. Sie nannte sich La Commune (Die Pariser Kommune), und das ist auch der Titel des Buches.

Was lieben Sie an dem Beruf des Schriftstellers und Illustrators?
Um diese Frage ehrlich und vollständig zu beantworten, bräuchte man ein ganzes Buch!

Was ist das Besondere daran, für Kinder und Jugendliche zu schreiben?
Ich finde, dass man als Erwachsener verantwortlich sein muss, wenn man für Kinder und Jugendliche schreibt. Man kann alles sagen, aber nicht auf jede Weise. Bei einigen Themen muss man aufpassen und vorsichtig sein. Ich hüte mich vor Jugendbuchautoren, die angeblich „Tabus brechen“ und „subversiv“ sein wollen. Oft sind sie nur schwerfällig und unbeholfen. Die lautstarke „Subversion“ ist mühsam und wenig relevant. Die verdeckte dagegen, die sich im Laufe einer spannenden Geschichte einschleicht, ist viel interessanter. Zudem muss man natürlich darauf achten, dass die Texte und die Bilder verständlich sind, nicht zu viele schwierige Wörter verwenden, etc.

Was machen Sie, wenn Sie mal gerade nicht schreiben?
Wenn meine Texte und Bilder fertig sind, entspanne ich mich und bringe mich auf andere Ideen, indem ich ... zeichne! Das sind dann aber Zeichnungen, Bilder, persönliche Collagen. Man könnte sagen, es ist Kunst, die nicht im Dienste einer Geschichte stehen muss. Die Illustration dagegen ist eine „angewandte Kunst“. Ich mache auch gerne längere Touren zu Fuß oder mit dem Rad. Und „ich spiele gerne den Großvater“ für meine Enkel.