Carla Maia de Almeida

Geboren 1969 im Norden Portugals
Sie ist freie Journalistin, Schriftstellerin, Trainerin und Übersetzerin für Kinderliteratur. Sie hat Kommunikationswissenschaften an der Universität Lissabon studiert und an der Portugiesischen Katholischen Universität über Kinderliteratur promoviert. In der bekannten portugiesischen Zeitschrift LER schreibt sie eine monatliche Kolumne über Kinderliteratur. Carla Maia de Almeida war die erste Kinderbuchautorin, die im Oktober 2010 ein literarisches Residenzprogramm im Ausland erhielt, das von der portugiesischen Generaldirektion für Bücher und Bibliotheken (DGLAB) finanziert wurde.
Sie schreibt über Bücher und viele andere Dinge in ihrem Blog The Haunted Garden [O Jardim Assombrado]. Ihre Bücher sind in u.a. in Deutschland, Lateinamerika, Brasilien, Italien, den Niederlanden und Serbien erschienen.

 
Wann haben Sie begonnen Bücher zu schreiben?

Als Journalistin, seit 1992. Als Kinderbuchautorin begann ich zehn Jahre später, im Sommer 2001 oder 2002. Es war der Journalismus, der mich dazu brachte, mich mit Kinderliteratur zu beschäftigen und sie zu verstehen, als ich für eine Kulturseite Seite arbeitete und ich dieses spezifische Thema verantwortlich innehatte. Schnell, und wahrscheinlich eher unterbewusst, interessierte ich mich danach sehr für Kinderbuchautoren und Kinderbücher. Ich schrieb einige Artikel und Interviews, die mich zum dem Offensichtlichen führten: das wollte ich  auch schreiben. Hier nahm plötzlich ein vages Gefühl Gestalt an, das ich seit der Zeit hatte, in der ich nur journalistisch schrieb. Ich bereue es nicht.

Welches war Ihr erstes Buch und wovon handelt es?
Mein erstes Buch „Die Katze und die einsame Königin“ wurde im Jahr 2005 veröffentlicht und es ist eine Art Märchen über Verlust, Familie, eine Heldenreise und Identitätssuche, meine Lieblingsthemen.  


Welches ist Ihr neuestes, welches Ihr erfolgreichstes Buch?

Mein neuestes Buch ist überhaupt nicht geeignet für Kinder: Es ist eine journalistische Arbeit über häusliche Gewalt. Mein erfolgreichstes Buch, in Anbetracht aller Übersetzungen, Rezensionen und Auszeichnungen, ist „Bruder Wolf“ (Irmão Lobo).

Worauf sind Sie stolz in Ihrem Leben?
Ich bin ein vertrauenswürdiger Mensch. Und ich wache in der Regel gut gelaunt auf (nach meiner ersten Tasse Kaffee).

Was lieben Sie an Ihrem Beruf?
Ich bin froh, zu einer bestimmten (künstlerischen) Gemeinschaft zu gehören. In Portugal haben wir so gute Schriftsteller aus verschiedenen Generationen, gute Illustratoren, gute Verlage. Natürlich ist es sehr schwierig, vom Schreiben zu leben, weil kulturelle Gewohnheiten und Lesegewohnheiten so vernachlässigt wurden. Diese waren über viele Jahrhunderte ein Privileg für wenige. Aber es mangelt nicht an Talenten, an Phantasie und Kreativität in unserer aktuellen Kinderliteraturszene, das ist sicher. Ich bin gerne Teil meiner Generation und möchte meine eigene Stimme nicht aus den Augen verlieren.

Was tun Sie, wenn Sie nicht schreiben?
Schreiben ist eine sehr lästige Aufgabe, und für mich überhaupt nicht angenehm, die meiste Zeit. Es ist langweilig, es ist lästig und immer sehr, sehr einsam. Also, wenn ich nicht schreibe, versuche ich einfach , angenehme Dinge zu tun: mit den Menschen, die ich liebe, zu sprechen, Filme gucken, Musik und Radio hören , kochen, einkaufen, lesen und spazieren gehen. Nichts zu tun ist wunderbar, aber es ist schwer zu erreichen.