Bobbie Peers


Geboren
1974, Absolvent der Internationalen Filmschule in London.
Er ist in erster Linie Regisseur und Drehbuchautor. Er setzte ein Zeichen der norwegischen Filmgeschichte, als er 2006 eine goldene Palme für seinen Film Sniffer erhielt, für den er das Drehbuch verfasst und gleichzeitig auch Regie geführt hatte. Dieser Preis war der erste Meilenstein in seiner Karriere, dem noch viele weitere folgten. 2015 debütierte das Multitalent Peers mit seinem ersten Kinderbuch. 

William Wenton und die Jagd nach dem Luridium ist das erste Buch der Reihe über William, der in der Lage ist, jeden auch noch so komplizierten Code der Welt zu knacken. Gleich der erste Band wurde u.a. mit dem Norwegischen Kinderbuchpreis 2016 ausgezeichnet.


Interview

Wann und warum haben Sie sich entschieden, Schriftsteller zu werden? 
2015 schrieb ich ein Filmmanuskript für einen Kinderfilm der William Wenton – Codeknacker heißen sollte. Ich war vollkommen verliebt in die Idee von dem zwölfjährigen Jungen, der der weltbeste Codeknacker war, ohne davon zu wissen. Ich war so in die Geschichte vertieft, dass ich vergaß, während des Schreibens über das Budget nachzudenken. Als ich fertig war, wurde mir klar, dass es viel zu teuer sein würde, daraus einen Film zu machen, und ich beschloss stattdessen ein Buch zu schreiben.


Was ist für Sie das Besondere an diesem Beruf?
Es gibt viele Dinge, die diesen Beruf besonders machen. Ich kann selber über meine Arbeitszeit bestimmen. Da ich die meiste Zeit meines Lebens selbstständig war, bin ich ziemlich gut darin mich zu disziplinieren. Es hat mich schon immer fasziniert, dass man eine Idee in seinem eigenen Kopf entwickelt und sie dann schließlich durch harte Arbeit, Mut und Kreativität in die Wirklichkeit umsetzen kann. Ich liebe die Vorstellung, dass man eine Idee von einer Situation oder von Charakteren hat, die dann ein oder zwei Jahre später als Buch oder Film existiert.


Was ist das Besondere daran, für Kinder und Jugendliche zu schreiben?
Kinder sind intuitive Leser. Sie sind offen und kreativ. Und das liebe ich. Science-Fiction für Kinder zu schreiben, macht unglaublichen Spaß. Ich kann meiner Phantasie wirklich freien Lauf lassen und loslegen. Aber ich brauche viel Zeit, um all die fantastischen Dinge in meinem literarischen Universum glaubwürdig erscheinen zu lassen. Ich möchte, dass man den Charakteren und Situationen glaubt. Das habe ich von meinen eigenen Kindern gelernt. Wenn wir zusammen einen Film schauen, höre ich sie oft sagen: "Das geht doch gar nicht". Ich versuche zu vermeiden, dass Kinder solche Gedanken haben, wenn sie meine Bücher lesen.


Über welche Themen schreiben Sie gerne? Gibt es Themen, über die Sie niemals schreiben würden?

Ich mag Fantasy, Science-Fiction und Mysteries. Ich schreibe gerne über Außenseiter und Benachteiligte, die über sich hinauswachsen und sich selbst verwirklichen. Die ihren eigenen Mut und ihre Stärke finden und schwere Zeiten überstehen. Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, jungen Menschen zu zeigen, dass es erlaubt ist, anders zu sein.
Bis jetzt bin ich keinem Thema begegnet, über das ich nicht schreiben wollte. Ich denke nicht, dass ich Angst vor heiklen Themen habe. Aber wenn ich erkenne, dass etwas zu langweilig ist, schwenke ich oft um. In dem Thema sollte Schnelligkeit, Spannung und Dynamik stecken.


Wie heißt Ihr aktuelles Buch? Worum geht es darin?
Gerade schreibe ich an dem 5. Buch in der Serie über William Wenton. Es wird Zentrifugalkatastrophe heißen. Das 4. Buch ist gerade in die Buchhandlungen gekommen. Es heißt Apokalypsengenerator und handelt von William und Iscia, die in die Sahara reisen müssen, um eine uralte Weltuntergangsmaschine zu finden.


Was machen Sie, wenn Sie gerade nicht schreiben?
Ich habe drei Kinder. Wenn ich nicht arbeite, versuche ich viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Außerdem schreibe ich Manuskripte und führe Regie. Abgesehen davon lebe ich ein ganz normales Leben.

(Übersetzung von Nele Jacobs)

Hier finden Sie eine Leseprobe aus "William Wenton und die Jagd nach dem Luridium" (2016, Carlsen, Hamburg | 2015, H. Aschehaug & Co., Oslo)