Maria Parr

Geboren 1981 in Fiska bei Vanylven an der norwegischen Westküste.
Sie gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Kinder- und Jugendbuchautorinnen Norwegens. Sie hat nordische Sprachen und Literatur an der Universität Bergen studiert und arbeitet schon seit vielen Jahren als freie Autorin. Für ihre Bücher Waffelherzen an der Angel, 2008 (Vaffelhjarte, 2005) und Sommersprossen auf den Knien, 2010 (Tonje Glimmerdal, 2009) wurde sie national wie auch international vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem norwegischen Bragepreis (2009), dem Prix sorcières (2010) und dem Luchs des Jahres 2010 der Wochenzeitschrift Die Zeit. Ihr neuestes Buch Keeperen og havet (Dt. Manchmal kommt Glück in Gummistiefeln) erscheint 2019 auf Deutsch. Maria Parr lebt mit ihrer Familie an der Westküste Norwegens, wo sie aufgewachsen ist.

 

Interview

Wann und warum haben Sie sich entschieden, Schriftstellerin zu werden?
Seit ich klein bin schreibe ich Geschichten. Der Inhalt meines ersten Buches basiert auf Figuren, die ich für meine Geschwister erfand, als wir klein waren. Aber als ich die Facharbeit in der 10. Klasse über Astrid Lindgren schrieb, war ich so fasziniert und inspiriert, dass ich mich dazu entschloss, auch Kinderbücher zu schreiben. Das war das Jahr, in dem ich ernsthaft begann, Schriftstellerin zu werden.


Was ist für Sie das Besondere an diesem Beruf?
Die Frage ist, womit man diese Arbeit vergleicht. Sie ist wohl einerseits freier und andererseits unsicherer als viele andere Berufe.


Was ist das Besondere daran, für Kinder und Jugendliche zu schreiben?

Ich denke, dass es besonders motivierend ist, für Kinder und Jugendliche zu schreiben. Viele von uns haben die stärksten und prägendsten Leseerlebnisse während ihrer Kindheit oder Jugend. Es ist selbstverständlich, dass junge Leser sowohl gute Literatur verdienen als auch brauchen. Genau davor habe ich wirklich Respekt.


Über welche Themen schreiben Sie gerne? Gibt es Themen, über die Sie niemals schreiben würden?
Es sind wohl alle Themen möglich. Was letztendlich den Ausschlag gibt, ist die Art und Weise, wie jemand schreibt. Ich selbst habe eine absolute Grenze: Ich möchte den Kindern nicht die Hoffnung nehmen. Ich möchte immer, dass es in dem, was ich schreibe, etwas gibt, das auf etwas Hoffnungsvolles deutet. Aber es ist auch wichtig, über das zu schreiben, was weh tut und schwierig ist - weil dies sowohl ein Teil des Lebens von Kindern als auch des Lebens von Erwachsenen ist.


Wie heißt ihr aktuelles Buch? Worum geht es darin?
Es heißt Keeperen og havet (Manchmal kommt Glück in Gummistiefeln) und handelt von zwei Zwölfjährigen, dem Jungen Trille und dem Mädchen Lena. Sie sind Nachbarn und beste Freunde und leben in einem sehr kleinen Ort. In diesem Jahr bekommen sie neue Fußballtrainer, es kommt ein neues Mädchen ins Dorf. Trille und Lena müssen schweren Herzens akzeptieren, dass die Dinge zukünftig nicht mehr so sein werden, wie sie immer gewesen sind. Die Veränderungen sind sowohl erschreckend als auch spannend und oft auch komisch. Ich hatte Lust, über dieses letzte Jahr auf der Grundschule zu schreiben, eine Zeit, in der man noch nicht wirklich ein Jugendlicher ist, aber man zu verstehen beginnt, dass die Kindheit nicht ewig weitergehen wird. Es gibt so viel Trauriges, Schönes und Lustiges in dieser Thematik.
Was machen Sie, wenn Sie mal gerade nicht schreiben?
Ich habe zwei kleine Kinder, also verbringe ich sehr viel Zeit damit, Mutter zu sein. Ich wohne in einem sehr kleinen Ort an Norwegens Westküste und mag es gern, draußen zu sein, entweder in den Bergen oder auf dem Meer.


(Übersetzung von Matthias Hondrich)

Hier finden Sie eine Leseprobe aus "Manchmal kommt Glück in Gummistiefeln" (voraussichtlich Herbst 2019, Oetinger Verlag, Hamburg)